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Hunderte von Städten rufen den Klimanotstand aus!
Juli 2019
Quelle: Jannis Lucas

Los Angeles, London, Basel, Vancouver und nun auch viele Städte in Deutschland. Sie alle haben gemeinsam, dass sie vor kurzem den sogenannte „Klimanotstand“ ausgerufen haben.

 

Begonnen hat es in Deutschland mit Konstanz.[1] Selbst Münster, noch 2018 als nachhaltigste Stadt Deutschlands gekürt, schafft es nicht, die Klimaziele zu erreichen, und ruft den Notstand aus.[2] Doch was bedeutet das eigentlich?

 

Im ersten Schritt setzen die Städte damit natürlich ein Zeichen: Sie erkennen den derzeitig katastrophalen Klimazustand an und verstehen die Notwendigkeit, Maßnahmen dagegen zu ergreifen. Neben einem politischen Aufruf ist der Klimanotstand aber auch eine Erinnerung daran, bei anstehenden Vorhaben oder Entscheidungen deren Auswirkung auf das Klima zu bedenken. So zeigen Politiker, dass sie auf die Forderungen von Umweltbewegungen wie „Fridays for Future“, und die Stimmen der vielen Grün-Wähler bei den Europawahlen, eingehen.

 

Der Klimanotstand soll helfen, die UN-Klimaschutzziele zu erreichen - besonders in Bezug auf die CO2 Reduktionsziele. Außerdem gibt es den Politikern mehr Handlungsfähigkeit, wenn es um das Verhindern von Maßnahmen geht, die den UN-Klimazielen entgegenstehen, wie z.B. Flughafenausbauten oder Autobahnen. Bisher war ein Gegensteuern häufig durch Gesetze und Regelungen erschwert.

 

Die Bezeichnung „Klimanotstand“ wurde durch Adrian Whitehead, einen australischen Biologen, geprägt.[3] Viele Politiker kritisieren den Begriff, da er zu drastisch sei. Doch genau diese Reaktion zeigt, dass ein solches Wort notwendig ist, um auch die Politiker und Regierungen zu erreichen, welche die Notwendigkeit zum schnellen Handeln immer noch nicht begriffen haben.

 

Dass tatsächlich ein Klimanotstand der Erde besteht, lässt sich wissenschaftlich belegen. Die sogenannte „Keeling Kurve“ zeigt den mittleren globalen CO2 Verlauf und stellt damit die menschengemachte globale Erwärmung quantitativ dar.[4] Am 11. Mai dieses Jahres wurde seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1958 in der Kurve der globale Höchststand von 415,26 CO2-Teilchen pro Million Teilchen Luft erfasst.

 

Dass bisher bereits hunderte Mal der Klimanotstand ausgerufen wurde, zeigt den Erfolg der derzeitigen Klimabewegung. Es zeigt, dass jeder Einzelne - und im Zusammenschluss Einzelner zu einer Bewegung - die Politik zur Erkenntnis, und hoffentlich auch zur Aktion bewegen kann.

 

Quellen:

[1] Zeit Online: Konstanz ruft den Klimanotstand aus

[2] WDR: Klimanotstand: Was bedeutet das?
[3] Klimanotstand

[4] Süddeutsche Zeitung: Eine Kurve verändert die Welt

 

Karte (und Statistiken) der teilnehmenden Städte:
Auf dieser Website wird ständig aktualisiert, welche lokalen Regierungen weltweit bereits den Klimanotstand ausgerufen haben (derzeit bereits 740).

The Climate Mobilization

 

© Leandra Wagner 2019