Die Zukunft braucht unsere Hilfe!
Die Zukunft braucht unsere Hilfe!

Viele haben noch nicht verstanden, worum es geht!

Die weltweiten Klimaproteste der Bewegung Fridays for Future sind das dominierende Thema dieser Tage - die Medien sind voll von Artikeln darüber.

 

Etliche Kommentare in Medien und etliche Wortmeldungen aus der Politik zeigen aber auf erschreckende Weise welche Geisteshaltung und welches Nichtwissen viele "Erwachsene" noch immer haben.

 

Zwei Beispiele:

 

Beispiel 1

Der Vorsitzende der deutschen Freiheitlichen Partei (FDP) - Christian Lindner - schrieb auf Twitter: "Ich finde politisches Engagement von Schülerinnen und Schülern toll. Von Kindern und Jugendlichen kann man aber nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen. Das ist eine Sache für Profis." Dafür erntete er im Netz einen ziemlichen Shitstorm. Mehr über die Aktion von Herrn Lindner finden Sie in dem Artikel von Focus Online vom 11.3.2019: „Sache für Profis“: Lindner wird noch leid tun, wie er künftige Wähler abwatscht

 

Unser Kommentar:

  • Der Klimawandel ist ein komplexes Thema. Und es ist natürlich das Wissen und das Urteil von Experten nötig. Aber gerade daran mangelt es nicht! Die Wissenschaft hat eine eindeutige Meinung zum Thema Klimawandel und es mangelt nicht an Empfehlungen an die Politik. Die WissenschaftlerInnen hindern auch sicher nicht die Politik an der Umsetzung. Binnen kürzester Zeit haben 12.000 WissenschaftlerInnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Initiative Fridays for Future in einer Stellungnahme unterstützt (mittlerweile sind es 23.000!). In Wirklichkeit ist es so, dass angebliche Profis aus der Politik die einhellige Meinung der Wissenschaft ignorieren oder zumindest die Empfehlungen nicht im notwendigen Ausmaß umsetzen.

Das ist fahrlässige Schädigung zukünftiger Generationen!

 

Die Stellungnahme der Bewegung Scientists for Future finden Sie hier - sehr lesenswert!

  • Der Politiker Lindner - und natürlich nicht nur er - hat darüber hinaus ein merkwürdiges Demokratieverständnis. Wir leben eben nicht in einem politischen System wo nur - von den Parteien ausgesuchte - "Profis" eine Meinung haben und äußern dürfen. Beim Klimaschutz (und allen anderen Themen) darf jeder mitreden – auch wenn er kein Klimawissenschaftler ist. 

 

Beispiel 2

Andreas Schwarz schreibt in einem Kommentar im Kurier am 10.3.2019 unter anderem: "Der Kinderaufstand und die naive Euphorie darüber sind dennoch höchst fragwürdig. Haben wir Kinder bisher nicht von jeder semiprofessionellen und professionellen (gesellschafts-)politischen Beeinflussung ferngehalten – aus gutem Grund? Ist in Schulen nicht politische Agitation untersagt – aus gutem Grund? Der gute Grund ist, dass Kinder allzu leicht zu beeinflussen sind, dass sie unreflektiert Gehörtes glauben, übernehmen und wiedergeben." Den ganzen Kommentar können Sie hier lesen: Finger weg von unseren Kindern!

 

Unser Kommentar:

  • Einleitend muss man darauf hinweisen, dass Herr Schwarz von Kindern spricht und nicht von Jugendlichen! Es sollte aber auch ihm nicht entgangen sein, dass zu den Demos nicht massenweise Volksschulkinder gehen, sondern typischerweise Jugendliche ab der Oberstufe. Wir müssen daher davon ausgehen, dass er zwar von Kindern schreibt, in Wirklichkeit aber Jugendliche meint!
  • Wo beginnt und wo endet politische Beeinflussung? Für Herrn Schwarz ist offensichtlich jede Beschäftigung von Jugendlichen mit Politik eine Beeinflussung. Wie sollen wir unsere Kinder vor der überall gegenwärtigen politischen Werbung (Plakate, Werbespots, Nachrichten,...) schützen? Nur mit verbundenen Augen auf die Straße lassen? Die Meinung, die sich hinter solchen Aussagen verbirgt - und Herr Schwarz ist ja nur ein Beispiel für viele andere - ist vermutlich die, dass sich Jugendliche möglichst gar nicht mit Politik beschäftigen sollen!
  • Beeinflussung ist etwas Alltägliches! Gefährlich wird es, wenn aus Beeinflussung Manipulation wird. Weil dann wird die Beeinflussung nicht erkannt! Das beste Mittel gegen politische Manipulation ist sich mit Politik aktiv zu beschäftigen. Das steht in jedem Lehrbuch für politische Bildung...
  • Politische Agitation wäre für uns viel mehr, wenn das dringendste Problem der Menschheit in den Schulen totgeschwiegen wird oder nur oberflächlich behandelt wird!
  • Jugendlichen unterstellen, dass die unreflektiert sind, heißt nichts anderes, als dass sie unkritisch sind (siehe Duden). Das zeigt, dass sich Herr Schwarz nicht sehr gut mit Entwicklungspsychologie auskennt...

Beiden Beispielen - und wir könnten noch viele solche Beispiele bringen - ist aber folgendes gemeinsam:

  • Viele "Erwachsene" haben sich offensichtlich (noch) nicht ausreichend mit dem Thema Klimawandel beschäftigt.
  • Ob sie die (wissenschaftlichen) Fakten, die bereits regelmäßig in vielen Medien veröffentlicht werden, nicht kennen oder ignorieren oder verdrängen wissen wir nicht.
  • In jedem der drei Fälle ist es aber kein Verhalten, das man von einem "reifen" Erwachsenen erwarten sollte.

Daher an die Jugendlichen: Macht weiter - ihr seid vielleicht reifer als so mancher Erwachsene!

 

Und für uns als Future Aid zeigt sich, dass wir noch viel zu tun haben!

 

© Peter Jöchle 15.3.2019